Bayerische Spielereien und afrikanische Hymne

Lehrerchor „a cappella bavarese“ spannte bei seiner Reise um die Welt einen Bogen über mehrere Jahrhunderte

ALTEGLOFSHEIM (Iwk). Zur Matinee im Konzertsaal der Bayerischen Musikakademie hatte der Lehrerchor „a cappella bavarese" eingeladen. Auf dem Programm: „Lieder aus aller Welt" vom 16. Jahrhundert bis in die Neuzeit.

Mit „Frau Musica singt" begann der Chor — dieses aus dem 16. Jahrhundert von Melchior Vulpius stammende Volkslied ist auch sein Programm. Unter der Leitung von Professor Reinhold Wirsching schlug das Ensemble einen musikalischen Bogen vom Liedgut aus dem 16. und 17. Jahrhundert, etwa „April Is In My Mistress Face" von Thomas Morley, über italienische, französische Madrigale bis hin zu Liedern von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms. Sehr vielseitig präsentierte sich der Chor auch mit seinem Spiritual-Block. Aus der kurzen Pause holte der Chor mit „Gaudeamus hodie" die vielen Zuhörer zurück in den Konzertsaal; es folgten „bayerische Sprachspielereien" wie „Baspeln", Blümei" und „Festessen", eine heitere Herausforderung mit diesen Texten von Felix Hoerburger an die Dialektkenntnisse der Zuhörer.

 

 

Mit wunderschönen Volksliedern aus Tahiti und Samoa und Liedern über die Sklaverei und Unterdrückung aus Südafrika, als letzte Zugabe auch die „heimliche" Nationalhymne „Es lebe Afrika", arrangiert von Professor Wirsching, beendeten die Lehrer dieses Konzert.

 

Der Chor besteht seit sieben Jahren: Am Ende eines Seminars für musikbegeisterte Lehrkräfte an der Dillinger Akademie für Lehrerfortbildung entstand damals der Wunsch eine Chorgemeinschaft zu gründen. Im Mai 1996 gab die neu entstandene Singgemeinschaft auf der Landesgartenschau in Amberg ihr Debüt. Höhepunkte der bisherigen Tätigkeit waren zweifellos die Mitwirkung beim Internationalen Orff-Symposion in Traunwalchcn sowie die Gestaltung der Jahrtagsmesse für diesen großen bayerischen Komponisten in der Klosterkirche Andechs. Der Lehrerchor „a cappella bavarese" probte jetzt zum ersten Mal in der Akademie Alteglofsheim.

 

aus: Mittelbayerische Zeitung vom 7.5.2003