Chorwochenende in Amberg

05.10. - 07.10.2006

 

 

 

 

Mittelbayerische Zeitung

Montag, 9. Oktober 2006

 

Vom Madrigal bis zu „Onkel Bumba“

„A Cappella Bavarese“ und die „Akademischen Maulaffen“ im Amberger Rathaus

 

Amberg (ack). Bis auf den letzten Platz war das Amberger Rathaus am Samstag zum Abschlusskonzert der Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums „Zehn Jahre Landesgartenschau“ besetzt. Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer freute sich ganz besonders, den Chor „A Cappella Bavarese“ unter Leitung von Professor Reinhold Wirsching begrüßen zu dürfen. Denn sie sind allesamt Kollegen des ehemaligen Lehrers Dandorfer. Zudem hieß der OB auch noch die sechs Mitglieder der „Akademischen Maulaffen“ herzlich in Amberg willkommen.

Der Lehrerchor „A Cappella Bavarese“ ist vor genau zehn Jahren, eben im Jahr der Landesgartenschau in Amberg, entstanden. Die Mitglieder stammen aus allen bayerischen Regionen und treffen sich einige Male im Jahr, um gemeinsam zu proben und Konzerte zu geben. Viermal im Jahr ist man zu Aufführungen im ganzen Freistaat unterwegs. Mittlerweile umfasst die Chorgemeinschaft 20 Sängerinnen und Sänger. Das Repertoire reicht von Madrigalen aus dem 16. Jahrhundert bis zu zeitgenössischer Musik. Ein Interessensschwerpunkt bildet auch die außereuropäische Musik, von der an diesem Abend einiges zu hören war.

Mit Reinhold Wirsching, der den Chor seit 1998 leitet, konnte man einen kompetenten Chorleiter finden, der sein Handwerk von der Pike auf am Orff-Institut der Universität „Mozarteum“ in Salzburg erlernt hat.

Die „Akademischen Maulaffen“ hatten ihren Ursprung im Unichor aus Regensburg. Elf Sänger und ein Klavier bilden ein Ensemble, das sich seit 1996 zu gemeinsamen Chorproben trifft und neben Konzerten in Bayern vornehmlich in Osteuropa auftritt. Ihr Repertoire für schöne Männerstimmen reicht vom Mittelalter, von der Gregorianik über Gaukellieder und mehrstimmiger Vokalmusik der Renaissance bis zu Volksliedern aus der Feder von keinen Geringeren wie Schubert oder Dvorak.

Aber auch von den „Comedian Harmonists“ leiht man sich gerne Lieder und Filmschlager aus. Ob es nun der „kleine grüne Kaktus ist“, „Onkel Bumba“ oder man der Veronika zusingt, dass der Lenz schon da sei, der Gesang der „Maulaffen“ ist stets ein Genuss. Mit ihren Arrangements und den schönen Stimmen begeistern sie immer wieder ihr Publikum.

 


 

Amberger Zeitung / Stadt Amberg

Montag, 9. Oktober 2006

 

Florales Gedenken mit buntem Chorgesang

A cappella bavarese feiern ihren zehnten Geburtstag – Die Landesgartenschau feiert mit

 

von Johann Frischholz

 

Amberg. Große Ereignisse werfen bekanntermaßen nicht nur ihren Schatten voraus, sondern gehen in der Folge meist auch in die Annalen ein. Im Rückblick kann man sich dann an die schönen Augenblicke erinnern und entsprechende Jubelfeiern abhalten.

Die Landesgartenschau von 1996 war für Amberg ein solches Ereignis, und entsprechend feierte unsere Stadt ihr Dezennium mit zahlreichen Veranstaltungen. Den Abschluss des Landesgartenschaugedenkjahrs bildete ein großes Chorkonzert, würdig gefeiert in den historischen Räumlichkeiten des großen Rathaussaals. Das Angebot, zwei großartige Chöre bei freiem Eintritt zu hören, füllte den Saal inklusive des berühmten letzten Platzes und viele interessierte Mitbürger mussten vergeblich um eine Eintrittskarte anstehen.

Der bayerische Lehrerinnen- und Lehrerchor A cappella bavarese konnte zusammen mit der Landesgartenschau sein zehnjähriges Jubelfest begehen. Debütierte das Ensemble doch just hier in der Vilsstadt angesichts des floralen Großereignisses. Auf über 50 Kehlen ist der Chor in den vergangenen zehn Jahren angewachsen. Die im Hauptberuf als „Einzelkämpfer“ tätigen und im Frontalunterricht an exponierter Stelle agierenden Mitglieder unterwerfen sich jedes Jahr für mehrere Wochen in den Gesangproben ihrem Leiter Professor Reinhold Wirsching und erarbeiten dabei großartige Programme, mit denen sie ihr Publikum, wie an diesem Freitagabend im Rathaussaal begeistern. Ihr Raum und Zeit übergreifendes Repertoire reicht dabei von spätmittelalterlichen Madrigalen bis hin zu afrikanischem Chorgesang.

Ebenso vielfältig ist das Spektrum der Akademischen Maulaffen, dem zweiten Ensemble, das abwechselnd mit A cappella bavarese das Konzert bestritt. Eine Hälfte der Maulaffen hätte ebenso in den Reihen der bayerischen A-Cappella-Sänger ihren Platz finden können, denn auch sie gehen im Zivilleben dem Lehrerberuf nach. Kunstlieder klassisch-romantischer Provenienz interpretierten die Akademiker ebenso professionell und voller Sangesfreude, wie modernere Töne des 20. Jahrhunderts.

Vor- und Nachkriegsschlager sind das Metier in dem sich die Maulaffen von ihrer komischen Seite zeigten. Die beiden vortrefflichen Chöre lieferten mit ihrem „bunten Strauß Melodien“ – so das Motto des Abends – im Rathaussaal einen nicht von allzu weihevollem Ernst geprägten, dafür aber sehr unterhaltsamen Abschluss der Festivitäten zum zehnten Geburtstag der Landesgartenschau in Amberg.