Bernried am Starnberger See
Probenwochenende mit Konzert 15. - 17.April 2005
Programm
Sing we and chant it
April is in my mistress face
Lasciate mi morire
So ben mi cha bon tempo
Il est bel et bon
Melchior Franck: Fünf Hohelied-Motetten (1/2/3)
Edvard Grieg: Fire Salmer op.74
Ack här vin sutto invid stranden
Vem kan segla
She’s like the swallow
Pause
That lonesome road
Sence you went away
And so it goes
Vin danse
Minoi, minoi
Wa Ntaela
Aya Ngena
Come in and stay a while
Goodnight Sweetheart
Der Mond ist aufgegangen (Zugabe)
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Begeisterung, die ansteckt
Ein Glücksgriff: „Capella bavarese“ in Bernried
Bernried – Es muss eine Art Erweckungserlebnis gewesen sein, das 1995 die Teilnehmer eines mehrwöchigen Musikseminars an der Dillinger Akademie für Lehrerfortbildung bewogen hat, einen Chor zu gründen. Es kann nur die charismatische Ausstrahlung des Seminarleiters Professor Reinhold Wirsching gewesen sein, dass an die 50 Lehrkräfte von Grund- und Hauptschulen aus allen Gegenden Bayerns es auf sich nehmen, vier bis fünf Mal im Jahr an wechselnden Orten zu intensiven Proben zusammenzukommen. Dieser harten Arbeit konnten und mussten natürlich auch landesweit Auftritte folgen.
Dass nun der Musikkreis Bernried im Rahmen seines 25-jährigen Bestehens die „Capella bavarese“ den Lehrerchor Bayern, in den Barocksaal des Klosters geladen hatte, erwies sich als Glücksgriff. Mit einer „musikalischen Reise durch Raum und Zeit“ bot Wirsching mit seinem ihm begeistert folgenden Ensemble Chormusik aus aller Welt und führte auch selbst durch das Programm. Seine Übersetzung und Deutung der meist fremdsprachlichen Texte von Madrigalen, Folksongs und Liedern aus fünf Jahrhunderten zeigte den roten Faden, der sich durchs gesamte Programm zog: Sehnsucht des Menschen nach Gemeinschaft, wärmender Geborgenheit und Erfüllung der Liebe.
Von den Altmeistern Thomas Morley, Claudio Monteverdi, Melchior Franck und Edvard Grieg spannte sich der Bogen über finnisch-schwedische Volkslieder, Tanzlieder aus Samoa, Tahiti und Zululand bis zu „And so it goes“ von Billy Joel und Jazznummern wie „Come and stay a while“ (Rhonda Polay). Der mit Stimmen aller Altersstufen hervorragend besetzte Chor – einige „Stars“ glänzten auch solistisch – zeigte sich mit allen Stilrichtungen vertraut und ließ sich immer wieder vom temperamentvollen Dirigat Wirschings anstecken.
Dieser, ganz Musikpädagoge, ließ es sich nicht nehmen, statt der vom zahlreichen Publikum durch begeisterten Beifall erbetenen Zugaben, alle im Saal mit „Der Mond ist aufgegangen“ zu einem gemeinsamen Abschlussgesang zu animieren. Erstaunlich und anrührend, wie sich die Unisonomelodie des Publikums mit dem überhöhenden Chorsatz von Hermann Regner zu einem alle einbeziehenden musikalischen Erlebnis zusammenfügte.
Heribert Muser
aus: Weilheimer Tagblatt vom 18. April 2005